Bürgerinitiative für die Umgehung Empfingen

Zu einer Digitalkonferenz fanden sich Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerinitiative für die Umgehung Empfingen mit ihren Sprechern Sabrina und Richard Raible mit dem grünen Landtagskandidaten Winfried Asprion ein.

Zunächst stellten die Sprecher den aktuellen Stand der Verkehrssituation in Empfingen vor und formulierten dann die Ziele der BI: aktuell soll aus ihrer Sicht der durchfahrende Verkehr auf 30 km/h limitiert und als größerer Wurf dann die seit langem geplante Ortsumgehung realisiert werden.

Für die Gemeinde Empfingen ist seit den 1970er Jahren eine Ortsumfahrung geplant bzw. angedacht, mehrere Varianten hierzu wurden auch untersucht. Aus früheren Jahren bereits vorliegende Trassenvarianten einer Ortsumgehung wurden in Lage und Höhe sowie unter Abschätzung der Lärmimmissionen untersucht und im Rahmen einer Sitzung im Jahr 2014 dem Gemeinderat vorgestellt. Im Generalverkehrsplan 2010 des Landes Baden-Württemberg ist diese Nordumfahrung L 410 im Maßnahmenplan Landesstraßen enthalten und in den Jahre 2019ff für die Planung vorgesehen.

Ein erster Teil dieser Strecke besteht indirekt bereits durch die Erschließungsstraße des Gewerbegebietes Autobahn östlich des Ortes, im Flächennutzungsplan ist für die weitere Umgehung eine Freihaltetrasse dargestellt. Mit der Verlagerung der Landesstraße 410 aus der Ortsdurchfahrt soll eine Gesamtumgehung für den überörtlichen Verkehr geschaffen werden. Die Trassenlänge beträgt je nach Variante ca. 3,5 km zuzüglich der notwendigen Anschlüsse.

Fast 10.000 Fahrzeuge im Ort, darunter fast 800 Schwerlastverkehre belasten den Ortsmittelpunkt in hohem Maß. Insbesondere im Bereich um das Rathaus besteht bei Begegnungsverkehr von LKW eine hohe Unfallgefahr für Fußgänger. Daher ist davon auszugehen, dass dieser Bereich von Fußgängern auch so weit wie möglich gemieden wird und Schulkinder ebenfalls ausweichen.

Durch geplante weitere Wohn- und Gewerbegebiete dürfte sich der Verkehr noch einmal drastisch erhöhen. Daher fordert die BI jetzt so schnell als möglich, die Hauptverkehrsstraße zu einer Tempo-30-Zone umzuwandeln. Das Verkehrsministerium hat in Absprache mit anderen Behörden aber darauf hingewiesen, dass hierfür zunächst ein Lärmgutachten erforderlich ist, welches allerdings nur die Gemeinde auf den Weg bringen kann.

Die Postkartenaktion ist nach Ansicht der Sprecher der Bi erfolgreich verlaufen. Die Thematik Tempo 30 und auch Lärmaktionsplanung (in Bezug auf die Antwort des Ministeriums) wurde mit dem beauftragten Planungsbüro am 11. Januar 2021 besprochen. Die Behandlung des Antrags auf Tempo 30 sollte dann in der Verkehrsschau besprochen werden, die aber leider aufgrund der Pandemie abgesagt werden musst.

Einig waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass Tempo 30 aber nur ein Schritt in die richtige Richtung sei. Maßgebend ist die seit langem im Gespräch befindliche Ortsumgehung die erfolgversprechendste Maßnahme, Verkehrsflächen wieder für Menschen nutzbar zu machen.

Es gibt drei Varianten, wobei die südliche aus verschiedenen Gründen nicht erfolgversprechend ist. Die BI präferiert die Umgehung ab dem geplanten IKG, da hier ja sowieso in die Umgebung eingegriffen und straßenbauliche Maßnahmen getroffen werden müssen. Wenn diese Umgehung fertiggestellt wäre, könnte grundsätzlich auch über die Sperrung des Ortskerns für Schwerlastverkehre gesprochen werden.

Winfried Asprion, dem die Situation vor Ort durchaus persönlich bekannt ist, hält einen Schulterschluss zwischen BI und Gemeinde für unumgänglich und sagte zu, die dann gemeinsam getroffenen Beschlüsse uneingeschränkt mitzutragen.

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