Handwerk und Holzhäuser – eine Bestandsaufnahme bei Schäfer GmbH in Eutingen

Zu einem Informationsbesuch war Winfried Asprion, Landtagskandidat der Grünen, beim Zimmergeschäft Schäfer GmbH in Eutingen und hat sich dort mit dem Inhaber, Theo Schäfer über die Lage des Handwerks unterhalten.

Grundsätzlich ist der Fachkräftemangel eine Frage, an welcher sich die Zukunft entscheidet. Theo Schäfer wäre bereit, in jedem Ausbildungsjahr bis zu 2 Auszubildene einzustellen, allein es gibt keine Bewerber für diese Stellen. Dabei kam er richtig ins Schwärmen, als er von seinem schönen Handwerksberuf erzählte. „Abends anschauen was man den Tag über gemacht hat, das gibt ein gutes Gefühl“ führte er aus. Insgesamt gibt es im Kreis Freudenstadt derzeit nur 6 Auszubildende im Zimmerhandwerk. Da die Ausbildung im ersten Ausbildungsjahr zu großen Teilen aus dem Besuch der Berufsfachschule besteht, komme in dieser Zeit keine Bindung zur Firma auf. Hier sollten Alternativen angeboten werden.

Er monierte auch, dass teilweise sinnlose Lieferketten entstehen, die Holz aus Schweden trotz des Transports billiger mache als Holz aus heimischen Wäldern. Die Preisentwicklung des Rohstoffs Holz ist mit einer Steigerung von über 35 % heftig ausgefallen. Der Brexit macht sich seiner Meinung nach durch fehlendes Angebot an Stahl bemerkbar.

Holzhäuser sind eine Spezialität der Firma Schäfer. Allerdings sei der bürokratische Aufwand enorm groß. Insbesondere der Weg zu den Baustellen stellt ein kleines Problem dar, da Führerscheine von seinen ausländischen Mitarbeitern nicht immer kompatibel mit den deutschen Vorschriften seien.

Auch überbordende Brandschutzvorschriften verteuern das Bauen enorm. Dabei hat Holz im Brandfall sehr günstige physikalische Eigenschaften, die Feuerwehren sprechen von einer besseren Standfestigkeit als Stahlträger.

Eine weitere Schwierigkeit, so Theo Schäfer, besteht darin, dass er bei Einbindung von Subunternehmen für deren Sozialabgaben und Einhaltung der tariflichen Vorgaben haftet. Hier wünscht er sich eine Haftungsfreistellung, evtl. gegen Bürgschaft des Subunternehmers. Auch seien nachvollziehbare und verständliche Standards wichtig, um nicht unwissentlich gegen nicht ganz offensichtliche Vorgaben zu verstoßen.

Gerade im Bereich Aufstockung von Gebäuden und Hebung von Wohnraum auf bestehenden Gebäuden ist Holz ein gut geeigneter Rohstoff. Gewichtersparnis und Umweltfreundlichkeit gehen hier Hand in Hand. Die Holzbauoffensive Baden-Württemberg sollte daher dringend weiter vorangetrieben werden. Allein der bei einem üblichen Haus eingesetzte Zement verursacht in der ganzen Branche einen Anteil von 8 % an den CO2-Emissionen. Dort kommt das Problem hinzu, dass für die Erzeugung von Zement Sand erforderlich ist, der mittlerweile beim Abbau ebenfalls Umweltschäden verursacht. Also wäre gerade in unserer waldreichen Gegend ein Holzhaus eine gute und sichere Alternative. Auch das Wohnklima ist sehr angenehm.

Theo Schäfer hat ein gut gehendes Unternehmen aufgebaut und hat weitere innovative Ideen. Winfried Asprion zollte ihm Respekt für seine Lebensleistung.

(Titelbild: Winfried Asprion und Theo Schäfer)

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